Fastenzeit

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei..“. Tausende Karnevalsjecken und Faschingsprinzen liegen heute morgen wahrscheinlich noch mit einem Kater im Bett. Eigentlich sollten nun alle bis Ostern auch die Fastenzeit einhalten – denn „Karneval“ kommt von dem Lateinischen Carne Vale, was soviel heißt wie „Fleisch lebe wohl“. Auch der Begriff süddeutsche Begriff „Fastnacht“ sagt es: „Die Nacht vor dem Fasten“.

Die meisten Karnevalisten und Fassenachter fasten wahrscheinlich nicht… wir schon.

Seit einigen Jahren verzichten wir von Aschermittwoch bis Ostersonntag auf Fleisch und Wurst (einzige Ausnahme: An meinem Geburtstag Ende März, der meist in diese Zeit fällt).

Jedes Jahr diskutieren wir wieder darüber, ob wir auf etwas anderes verzichten sollen Kaffee kommt nicht in Frage (wir brauchen Raketentreibstoff), Fernsehen (was sollen wir hier auf dem Land schon abends sonst tun und zum Kartenspielen sind wir auch nur zu dritt), Internet (6 Wochen Urlaub nehmen?), Süßigkeiten (in 6 Wochen hat man ja 1-2 x…. ihr wisst schon, das überleb ich nicht ohne was Süßes).

Bleibt also noch Fleisch und Wurst – ein echter Verzicht, denn mein Vater liebt seine Rouladen und ich mein Schnitzel.

Die Vorbereitungen laufen auch immer gleich ab. Bereits Wochen vorher wird jedesmal, wenn es etwas ohne Fleisch gibt, darauf hingewiesen, dass dieses Gericht unbedingt auf den Speiseplan für die Fastenzeit gehört.

Bei jedem Essen mit Fleisch wird darauf hingewiesen, dass man es besonders genießen soll, weil ja bald Fastenzeit ist.

Einige Tage vorher geht die Kühlschrank- und Tiefkühler-Inspektion in die entscheidende Phase. Was muss noch gegessen werden, was hält sich eingefroren bis Ostern, lohnt es sich, noch etwas zu kaufen, haben wir genug Alternativen…?

Heute ist es also soweit – ich habe brav heute morgen Käse auf dem Brot gehabt und Bananenquark gegessen. Heute Mittag gibts sicher was mit Eiern (wie fast jeden Mittwoch übrigens – wir sind Gewohnheitstiere).

Spannend wird es erst in 2-3 Wochen, wenn Mama die Ideen auszugehen drohen. Dann starten wir Phase 2: Experimentalküche. Es gibt dann Sachen, die oft wirklich lecker sind und das Prädikat „Das müssten wir mal öfter machen“ bekommen, aber dann den Rest des (Nichtfastenzeit)-Jahres nie wieder auf den Tisch kommen. Insofern freue ich mich auf ungewöhnliche, leckere und einmalige kulinarische fleischlose Genüsse.

… und so lange ist es bis Ostern ja zum Glück auch wieder nicht (dann gibts ein schönes Schnitzel- da freue ich mich jetzt schon drauf :-))

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