Wollefest in Leipzig 2015

Die Glashalle in Leipzig © Knit2Help

Die Glashalle in Leipzig © Knit2Help

Und schon ist es wieder vorbei, das Wollefest. Nach einigen Holpersteinen im Vorfeld wurde es trotz Unkenrufen wieder ein richtiges Fest.

Meine Mutter und ich, die das Projekt „Knit2Help“ dort erstmalig vorgestellt haben, hatten zwei superschöne Tage und sind wirklich glücklich, wie gut alles gelaufen ist.

Aber von Anfang an:

Wir sind schon Freitag angereist und habe die Gelegenheit genutzt, unsere Ausrüstung am Nachmittag schon aufzubauen. Von einem Stand kann man angesichts einer wackligen Kleiderstange und ein paar Kleiderbügeln nicht sprechen und ich hatte eigentlich damit gerechnet, alles mit viel Klebeband regeln zu müssen.

Im Vorfeld hatte sich freundlicherweise Karin von Faden&Spiel in Klaffenbach einverstanden erklärt, dass wir uns mit in dem Workshopraum platzieren dürfen. Das erwies sich als sehr gute Entscheidung. Die „Businesslounge“, in der die Workshops stattfinden sollten, ist ein großer Raum mit Glaswänden, Tischen und Stühlen, sowie mehreren Nebengelassen mit Lümmelecken, Konferenztischen … und Kleiderständern und noch besser einer sehr stabilen Garderobe.

Etwas besseres hätte uns nicht passieren können, denn die Garderobe und drei Kleiderständer nebst unserer mitgebrachten Kleiderstange bildeten den perfekten Messestand, an dem die wunderschönen Tücher würdig präsentiert werden konnten. Was nicht aufgehängt werden konnte, packten wir auf den Tisch.

Unser Stand auf dem Wollefest © Foto: knit2Help

Unser Stand auf dem Wollefest © Foto: knit2Help

Unser Stand konnte sich sehen lassen. Kerstin und Nicole steuerten freundlicherweise auch noch eine Schneiderpuppe bei (und mussten diese wegen meiner Schusseligkeit auch noch mit der Straßenbahn transportieren – ohne Fahrschein natürlich).

Samstag morgen war wie immer erst einmal eine Invasion und es gab an den Kassen Stau ohne Ende. Da unsere Lounge im hinteren Bereich war, kriegten wir nur durch Anrufe davon was mit. Rund eine halbe Stunde später hatte sich der Stau aufgelöst und die Wolljägerinnen durchfluteten die Halle. Auch bei uns am Stand kamen die ersten um zu schauen, zögerten aber mit Käufen. Wir wurden nicht überrannt, aber es kamen durchgängig Neugierige durch die Tür. Viele erkundigten sich natürlich nach den Mustern und wollten Stricktipps, andere interessierten sich, wollten aber nochmal wiederkommen.

Camino Bubbles

Camino Bubbles

Der eindeutige Star war der Montblanc-graue Camino Bubbles. Er wurde von zwei österreichischen Wollhändlerinnen gekauft. Das Muster selbst hatte wahnsinnig viele Interessenten, weil es so außergewöhnlich ist.

Nun ging es voran – ein bayrische Käuferin entschied sich für das braune Seiden-Siena und das gelbe Ambrosia mit Farbverlauf für ihre Tochter und will es nächste Woche auf einer Hochzeit ausführen.

Manche Tücher hatten nicht die richtige Farbe oder das richtige Material (spezielle Angebote für Veganer hatten wir leider nicht), aber wo es passte, wurde auch gekauft.

Die schönste Geschichte gab es rund um den Trillian aus der „Paul“-Wollmeise. Eine Dame kam an den Stand und suchte sich verschiedene Tücher aus, war sich aber nicht sicher, was ihr stehen würde. Sie war ein Herbsttyp und hatte eine Farbvorliebe für orange und rot (zu sehen an Jacke, Schal und Brille).

In der Lounge ist hinter dem Tresen ein Spiegel und ich bot ihr an, dass sie einige Tücher dort umlegen und sich anschauen kann. Sie bat mich, mitzukommen und sie zu beraten. Am Spiegel vertraute sie mir an, dass sie eine Farbschwäche hat und deshalb auf Beratung und eine ehrliche Meinung angewiesen sei. Wir probierten verschiedene Tücher und sie entschied sich für das hellgrüne Salagou – es passte zu ihrer roten Jacke und zur orangefarbenen Brille und bot einen schönen Kontrast.

Ihr zweiter Favorit war der Trillian, allerdings sagte sie, sie hätte schon einen Strang Wolle gekauft und wollte sich so etwas eventuell selbst stricken. Ich solle ihr fair sagen, ob die Farben des Stranges eine Ähnlichkeit mit den Farben des Trillian haben. Hatten sie nicht – der Strang war wunderschön, ging aber eher in die smaragd-türkis und Meeresfarbenrichtung (also eher mein Beutschema als Sommertyp). Die Kundin war ganz enttäuscht, denn man hatte ihr am Wollstand gesagt, dass dies „ihre“ Farben wären.

Sie kaufte das Salagou und ich riet ihr, doch nochmal an den Stand zu gehen und nach einem Strang zu suchen, der dieses Maigrün enthält, wie es das Salagou hat. Ein paar Minuten später kam sie wieder und zeigte stolz den umgetauschten Strang, der nun wirklich „ihre“ Farben enthielt. Den Trillian hatte sie nun aber bedauerlicherweise nicht gekauft, dafür strahlte sie glücklich, dass sie vor einem Fehlkauf bewahrt wurde. Das ist ja auch was wert.

Trillian an seiner neuen Besitzerin  © Foto: Knit2Help

Trillian an seiner neuen Besitzerin © Foto: Knit2Help

Kerstin (darkturtle) fungierte als unser „Runway“-Model und ging stündlich mit einem anderen Tuch schaulaufen. Nach einer Runde mit einem bunten Tuch kam sie zurück und sagte, die Damen vom „Inclusio“-Stand hätten sie angesprochen und eine suchte ein buntes Tuch, aber in Herbstfarben. Also schickte ich sie mit dem Trillian nochmal los. Es war Liebe auf den ersten Blick und wenig später hatte der Trillian seinen Hals gefunden – perfekter hätte er niemandem stehen können als Mrs Inclusio!
So hat der Trillian seine Bestimmung gefunden und dazu noch einen sehr netten neuen Kontakt zustande gebracht.

Überhaupt wurde unser Stand mehr und mehr zur Kontaktbörse. Bei uns gab es Kuchen, es war kühl und schattig und man konnte sich wunderbar hinsetzen und gemeinsam stricken und klönen. So ging es auch am Sonntag weiter, wo es (leider) sehr ruhig war. Wir verkauften nur noch ein Tuch, hatten aber eine schöne Zeit.

Auch viele der Wollsponsoren vom letzten Jahr kamen auf einen Schwatz vorbei und schauten sich an, was aus ihre Spenden geworden war (sofern die Tücher noch nicht verkauft waren). Alle fanden es sehr toll, was wir in dem Jahr geleistet haben und ermutigten uns, weiter zu machen.

Das werden wir auch tun… im Herbst auf dem Ravelertreffen in Regensburg!

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Ein Gedanke zu „Wollefest in Leipzig 2015

  1. Ich fand es so schön mit Euch und werde noch lange dran denken wie ich mein erstes WE ohne Kinder verbracht habe. Ich werde Euch später noch schöne Fotos senden. Noch sind sie auf einer mir fremden Kamera, die ich ja nur ausgeliehen hatte. Also, Geduld und erstmal wieder gemütlich weiterstricken.

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