Freude

Letzten Freitag, kurz nach Mitternacht. Soeben wurde bekannt gegeben, dass Hans Sarpei (verdient) Dancing Star 2015 bei Let’s Dance geworden ist. Hans springt wie verrückt herum und wirft sich erstmal auf den Boden. Das machen Fußballer so. Normalerweise springen jetzt seine 10 bis 15 Mannschaftskameraden, der Trainer, der Physiotherapeut und wer sonst noch so rumsteht, alle auf ihn drauf, Bei Lets Dance sprang keiner und Hans wurde recht schnell wieder in die Senkrechte befördert und freute sich so weiter.

Ich sagte zu meiner Mutter: „Der kann sich so richtig freuen“. Die Szene geht mir seit zwei Tagen nicht aus dem Kopf. So richtig freuen, können das wirklich nur Sportler im Moment des Triumphes oder Oscar-Gewinner, die in Tränen ausbrechen?

Können wir bzw. kann ich mich über irgend etwas so richtig freuen? Ich freue mich eigentlich recht oft – wenn mir etwas gut gelingt, wenn ich mein Tagesziel erreicht habe oder auch, wenn ich einen schönen Moment erlebe. Zugegeben werfe ich mich dann nicht vor Freude auf den Boden oder springe in die Luft, aber die Freude gibt Energie und eine gewisse Beschwingtheit.

Manchmal fällt es mir schwer, mich an kleinen Dingen „groß“ zu freuen – vielleicht ist vieles einfach zu selbstverständlich. Dabei gibt es so viel Schönes und eigentlich zählt auch nur der Moment. Wer weiß schon, was morgen ist. Deshalb möchte ich mich sofort freuen können und es nicht auf später aufschieben.

Das geht leider vielen so – ich habe bei meinen Neffen (6 und 10) bisher nur ganz selten mal echte, anhaltende Freude über etwas gesehen. Schade .. als Kinder waren mein Bruder (der Vater der beiden) und ich eigentlich leicht zu begeistern und wir freuten uns auf die wöchentliche „Captain Future“-Folge, einen schönen Nachtisch oder einfach darauf, am Wochenende mal lang schlafen zu können. Heute steht alles zu jeder Zeit zur Verfügung, egal ob Fernsehprogramm oder Pudding. Lang schlafen ist auch nicht mehr spannend, wenn man statt dessen auf dem Computer daddeln kann.

Um mich daran zu erinnern, mich zu freuen, schreibe ich jeden Tag mindestens drei Dinge auf, über die ich mich gefreut oder die mich begeistert haben. Das hilft schon ungemein.

Und ich freue mich darauf, wieder nach Afrika zu reisen und dort einigen Kindern Puppen und Schulsachen mitzubringen. Die können sich nämlich noch richtig freuen!

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2 Gedanken zu „Freude

  1. Die Idee, mir täglich 3 Dinge, die mich gefreut haben, bewusst zu machen, ist sehr schön. Die „mops“ ich mir von Dir und freu mich auch gleich drüber 🙂

  2. Das ist eine super Idee. Da kann man wieder mal auch etwas mehr über sich selbst erfahren. 🙂
    Diese Idee möchte ich auch benutzen.
    Ich fahre auch öfters in ein „nicht so gesegnetes Land“ um etwas herunter zu kommen. Und wenn ich wieder zu Hause bin, habe ich erst mal für längere Zeit einen Kulturschock. Da weiß ich auch hinterher immer wieder, was ich alles habe!

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