Valentinstag

In drei Tagen ist es mal wieder soweit und alle Blumenverkäufer, Pralinenhersteller und Restaurants freuen sich über die ersten Rekordumsätze des Jahres.

Der Valentinstag geht eigentlich auf die christlichen Märtyrer Valentin von Termin oder Valentin von Viterbo zurück, die beide durch Enthauptung starben. Das könnte man romantisch finden, wenn in den Märtyrergeschichten irgendeine Frau vorkommen würde (oder die beiden Valentins zur gleichen Zeit und am gleichen Ort in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft gelebt hätten). Im Laufe der Jahrhunderte wurde eben der Tag der Liebenden daraus.

Warum auch nicht, schließlich gibts ja auch den Tag der Jogginghose, den Tag des Kaffees und den Tag des Haustiers, um nur einige zu nennen.

Und Blumen und Pralinen oder eine Einladung in ein schönes, romantisches Restaurant mit gutem Essen und gutem Wein – wer kann dazu schon „nein“ sagen? Außer, man ist allergisch oder auf Diät, dann tut es auch ein Wellnesswochenende, eine Kreuzfahrt oder ein neues Cabrio. So wählerisch muss man nicht sein.

Eigentlich gehts ja um die nette Geste und im englischsprachigen Raum ist der Ausdruck „Be my Valentine“ nicht unbedingt nur für verliebte Pärchen reserviert, sondern man kann auch der besten Freundin oder einer lieben Tante einen Valentinstagsgruß zukommen lassen. Auf Facebook war ein schöner Spruch: „Verschenke doch lieber mal Liebe und Respekt“. Da ist natürlich was dran.

Valentinstag erinnert mich immer an Beate, eine ehemalige Arbeitskollegin. Sie hatte einige Zeit in Amerika gelebt und liebte nicht nur „Thank you“-Notes, also kleine Zettelchen mit netten Worten, sondern vor allem den Valentinstag.

Also wurde der 14. Februar zu einem der Hauptfeiertage im Schüleraustauschbüro erklärt. (weitere waren übrigens Thanksgiving, Arrival day und Departure Day. Die beiden letzteren bestimmten immer den Zyklus des Stipendienprogrammes, wo die Amerikaner in Deutschland ankamen und wieder heimflogen).

Beate fing also schon Anfang Februar an, uns regelmäßig daran zu erinnern, dass bald Valentinstag ist und das es ja schön wäre, sich was zu schenken.

Ich erinnere mich an ein Jahr, in dem wir unzählige Karten von amerikanischen Austauschschülern bekamen, denen Beate natürlich auch schon im Vorbereitungsseminar mitgeteilt hatte, dass sie Valentinstags-Fan ist (und wahrscheinlich in jeder Email, die zwischen Neujahr und dem 13. Februar verschickt wurden).

Ich denke, die meisten der Schüler mochten sie wirklich gern, ein paar werden aber auch versucht haben, damit einige kleinere Verfehlungen auszubügeln, die wir als Austauschorganisation hätten ahnden müssen. Egal, Hauptsache, es kamen viele Valentinstagsgrüße an.

Ein anonymer Blumenstrauß ging ebenfalls ein, wahrscheinlich auch von einem der heißblütigen jungen Neu-Mexikaner, die alle auf Beate flogen.

Es gab rote Herzchendekorationen, Erdbeertörtchen und Kekse in Herzform und als Höhepunkt romantische Duft-Teelichte. Diese musste ich vorab auf dem Balkon lagern, sonst hätte ich sie nicht ertragen können und auch im Büro waren sie doch etwas zu viel des Guten.

Es war ein wirklich schöner und romantischer Tag für uns alle, der in den folgenden Jahren (warum auch immer) so nicht wiederholt wurde. Trotzdem habe ich immer am 14. Februar ein kleines bisschen von dem Valentinsgefühl und eine schöne Erinnerung daran, dass wir guten Zeiten als Kollegen hatten.

Ich weiß nicht, wo Beate heute arbeitet, aber vielleicht finde ich sie irgendwo im Internet und schicke ihr mal eine Valentinstagskarte – darüber freut sie sich sicher!

Happy Valentine’s Day!

 

 

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