Lebensmittelfarben

Lebensmittelfarben © Foto: HotsockWie bereits erwähnt, gibt es unterschiedliche Arten von Farben, die sich auf Wolle und Wollgemische anwenden lassen.

Preislich am günstigsten sind sicher Ostereierfarben bzw. auch die Naturfarben, die einige zum Solarfärben benutzen, nur machen die nicht so intensive Farben. Mit beidem habe ich keine Erfahrung, ich färbe nur mit Lebensmittelfarben.

Gut geeignet ist KoolAid, ein amerikanisches Getränkepulver. Es wurde früher in Deutschland unter dem Namen „Quench“ verkauft (in der Geschmacksrichtung Orange). In den USA gibt es ungefähr 18 Sorten und manchmal auch saisonale Sondersorten (z.B. „GhoulAid“ für Halloween). KoolAid besteht im Wesentlichen aus Lebensmittelfarbe, Geschmacksstoffen und Ascorbinsäure. Für ein Getränk mischt man ein Tütchen mit 2 Litern Wasser und viel Zucker – es schmeckt dann immer noch säuerlich. Man muss deshalb der angerührten Farbe keinen weiteren Essig beifügen. KoolAid riecht „bonschig“, also wie künstliches Fruchtaroma. Dieser Geruch haftet auch in dem Garn. Wer das absolut nicht mag, sollte KoolAid nicht verwenden, sondern lieber Wiltons Icing (siehe unten).

Wichtig: Nur die Tütchen (unsweetened) lassen sich verwenden, das KoolAid in Dosen, das bei Amazon erhältlich ist, wurde bereits mit Zucker versetzt und ist deshalb nicht verwendbar.

Es gibt im Internet verschiedene Farbpaletten, allerdings ist die Intensität immer von dem Mischungsverhältnis Getränkepulver-Wasser abhängig. Auf der Seite Dyeyouryarn.com gibt es zusätzlich auch noch ein Video.

Für eine schöne Sättigung benötigt man  2-3 Tütchen auf einen Viertelliter Wasser (pro Farbe), für einen Strang also je nach Farben schon 4-5 Tütchen. Das geht auf Dauer ins Geld. Am besten lässt man sich KoolAid von jemandem aus den USA mitbringen oder schicken. Hier in Deutschland kostet ein Tütchen zwischen 0,70 Cent – 1 Euro, eigentlich viel zu überteuert. Gut eignen sich alle dunkleren und grelleren Farbtöne, also Orange, Lemon-lime (macht ein sehr schönes Grün!), Grape, Cherry, Black Cherry, Berry Blue and Tropical Punch. Sehr schwach fallen alle „Lemonades“ aus.

Mein persönlicher Favorit ist Wilton’s Icing Color – auch eine Lebensmittelfarbe in Gelform, die eigentlich für das Einfärben von Cremes und Sahne verwendet wird. Sie enthält deshalb zwar keine Säure, aber ungeheuer viel Farbpigmente und sie ist sehr ergiebig. Insgesamt gibt es 25 Farben, die alle gut funktionieren und sich auch untereinander mischen lassen. Ein Set mit 8 Farben gibt es für rund 15 Euro bei Amazon (in den USA pro Dose 2,30 USD).

Die Wiltonsdosen sind mit einem sehr festklebenen Foliendeckel versiegelt – hier benötigt man wirklich die Handschuhe, um es sauber aufzubekommen. Ich nehme auch oft ein spitzes Küchenmesser und streife die Überreste in das Wasserglas bzw. werfe einfach den Deckel oder die leer werdende Dose hinein. Die Restfarbe löst sich dann auf. Am besten funktioniert es mit lauwarmem Wasser.

Wichtig: Hier muss unbedingt Essig zugefügt werden, weil die Farbe keine eigene Säure hat.

Mit einem kleinen Schneebesen gut umrühren (natürlich nicht schaumig schlagen), bis sich die Farbe vollständig gelöst hat. Verbleiben Farbklümpchen im Wasser, dann bekommt die Wolle einen dunkel gefärbten Fleck .- das kann reizvolle Effekte ergeben, oder auch nicht…

In Kaufhäusern gibts auch noch flüssige Lebensmittelfarben – die haben mich von der Intensität her nicht überzeugt, man kann sie aber natürlich auch für nicht so intensive Färbungen einsetzen.

Wer richtig dunkel färben will, muss auf Säurefarben umsteigen. Dunkles rot, blau, lila, grün oder schwarz lassen sich mit Lebensmittelfarben kaum erzielen.

Der Vorteil an Koolaid und Wiltons ist, dass es satte Farben macht, aber ungiftig ist und die Küchengerätschaften nach einem Gang durch die Spülmaschine wieder für Lebensmittel  benutzen werden können. Sollte das Färben keinen Spaß machen, dann kann man immer noch Teig oder Sahne damit färben.

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2 Gedanken zu „Lebensmittelfarben

    • Liebe Marlene,

      ein genaues Maß habe ich nicht, ich mache das immer nach Gefühl und auch etwas abhängig von der Wollmenge. Geschätzt würde ich 50 ml auf 1 Liter Wasser rechnen, evtl. etwas mehr. Ich gebe auch schon etwas Essig in das Einweichwasser, in das ich die Stränge vor dem Färben einlege. Außerdem gebe ich in die angerührte Farbe einen Schuss Essig. Sollte bei einer Färbung die Farbe beim Spülen noch sehr bluten, dann nochmals mit etwas mehr Essig im Wasser erhitzen. Der unangenehme Essiggeruch verschwindet übrigens beim anschließenden Waschen mit Wollwaschmittel.

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